„Komm, schaut’s doch no a bisserl, alle Leit’ solln’s wissen: Hüttn is schey …“:
Das Ensemble „ChorAlle“ drückt bei der Einweihung musikalisch aus, was sich durch die Dorferneuerung Hütten getan hat.

Hütten. (rgr) Mit dem Lied, das für Bürgermeister Edgar Knobloch sogar der neue „Wiesn-Song“ ist, eröffnete der Chor unter der Leitung von Sabine Braun am Freitag die Feierstunde anlässlich der Fertigstellung der Dorferneuerung Hütten. Auch der Jugendchor „Cantare et Vivere“ brachte ein musikalisches Ständchen. „Es ist ein schöner Tag“, sagte Knobloch,
auch wenn er wettermäßig nicht gerade optimal ausfiel.

Der Bürgermeister begrüßte neben einigen Ehrengästen und den Vertretern der beteiligten Firmen besonders die Einwohner von Hütten. Und er blickte zurück: Der Arbeitskreis
Dorferneuerung habe seit dem Jahr 2013 Gespräche geführt, in denen die Ideen „nur so gesprudelt“ seien. Über den Hügel und darüber, wie dieser aussehen solle, sei lange diskutiert
worden. Der Straßenbereich sei enger geworden, um eine Entschleunigung herzustellen. „Der zentrale Punkt gefällt mir ganz gut“, lautete das Fazit von Edgar Knobloch.
Aber auch die anderen Aktivitäten im Zuge der Dorferneuerung – rund um die Laurentiuskirche, die Felsenkeller mit dem Limpelbrunnen und den Festplatz beim Feuerwehrhaus,
der bereits sehr gut angenommen wurde – seien sehr schön geworden, merkte der Bürgermeister an: „Das Ziel wurde erreicht.“ Er bedankte sich beim Amt für Ländliche Entwicklung
(ALE), beim Arbeitskreis Dorferneuerung, in dem kontrovers nach Lösungen gesucht worden sei, bei Walter Plößner für die Bauaufsicht, bei Siegfried Witzl, der den Boden am Festplatz bewässert hat, und bei den „Kirwaleit“. Dank für ihre Hilfe zollte Knobloch auch Gertraud Konle, Christine und Heiner Panzer, der Feuerwehr Hütten sowie dem Bauhof und der Verwaltung. „Zukunft ist kein Schicksal, wenn wir nicht nur nach Verantwortung anderer schauen, sondern auch die eigene erkennen“, sagte Erik Bergner, der Abteilungsleiter im Amt für Ländliche Entwicklung, der damit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zitierte. Dies bedeute, „dass die Kommunen, besonders im ländlichen Raum, die anstehenden Herausforderungen erkennen und entsprechende Antworten geben“. Die Dorferneuerung sei eine Stärkung ländlicher Kommunen und diene der Unterstützung der dort lebenden
Menschen, erläuterte Bergner. „Ziel ist es, vitale Dörfer als lebendige Heimat mit eigenständigem Charakter und als attraktiven Lebensraum für Jung und Alt zu erhalten und weiterzuentwickeln“, betonte er. Für die zur Verfügung gestellten Fördermittel galt sein Dank dem Bayerischen Landtag. „Private Maßnahmen können im direkten Umfeld auch durch das Amt für Ländliche Entwicklung gefördert werden“, teilte der ALE-Abteilungsleiter mit. Bergner gratulierte allen an der Dorferneuerung Beteiligten und bedankte sich bei der Stadt Grafenwöhr, dem Bürgermeister und dem Stadtrat sowie Projektbetreuer Georg Braunreuther.

Auch stellvertretender Landrat Albert Nickl gratulierte der „Braut Hütten“, die „hübscher und attraktiver“ geworden sei. „Die Menschen sollen sich hier wohlfühlen und hierbleiben“,
hoffte Nickl. „Für die Gemeinde ist Hütten ein Gewinn; das Projekt ist ein gelungenes Werk von vielen“, sagte das Hüttener Urgestein, Stadtrat Gerhard Mark. Er sprach die Tradition
und die Sicherheit für die Kinder an. Für den Limpelbrunnen hatte er sogar eine Vision: Vielleicht entsteht mit Heilwasser einmal „Bad Hütten“?

„Hütten war schon immer anders“, meinte Architekt Hannes Oberndorfer. Bei der Feierstunde gab es kein Band, das durchgeschnitten wurde. In Bezug auf die Felsenkeller überreichte
Oberndorfer jedoch an Bürgermeister Edgar Knobloch einen Schlüssel: Denn dort könnte Wein zum Reifen gebracht werden. Bevor die gelungene Dorferneuerung ausgiebig
am neu gestalteten Festplatz beim Feuerwehrhaus gefeiert wurde, erteilte der Grafenwöhrer Stadtpfarrer Bernhard Müller dem Werk den kirchlichen Segen.

Text und Bilder: Renate Gradl