Bayernweit werden jährlich über 20.000 Fälle von „Häuslicher Gewalt“ aktenkundig. Dennoch zögern immer noch viele Opfer sich jemandem anzuvertrauen oder die Polizei einzuschalten – aus Angst, Unwissenheit, Scham oder falsch verstandener Loyalität. Die meisten Taten geschehen in den eigenen vier Wänden. Um die Spirale der Gewalt zu durchbrechen – einige Tipps:

  • Zeigen Sie häusliche Gewalt bei der Polizei an! Sie können sich dabei in der Regel von einer verwandten oder bekannten Person bzw. einem Rechtsbeistand begleiten lassen.
  • Auch wenn es schwer fällt – dokumentieren Sie alles! Notieren Sie sich Datum und Uhrzeit etwaiger Übergriffe.
  • Lassen Sie sich medizinisch behandeln und Ihre Verletzungen – auch im Hinblick auf eine spätere Strafanzeige beweissicher dokumentieren.
  • Holen Sie sich Hilfe! Häusliche Gewalt versetzt viele Betroffene in eine Ausnahmesituation. Die Polizei kennt die Angebote von Hilfeeinrichtungen und Beratungsstellen in Ihrer Nähe. Wenn Sie einverstanden sind, stellt die Polizei den direkten Kontakt her.
  • Schildern Sie Ihre Erlebnisse und lassen Sie sich beraten.
  • Beantragen Sie eine Schutzanordnung beim Familiengericht! Diese bewirkt, dass der Täter oder die Täterin sich Ihnen nicht mehr direkt nähern darf und eine Kontaktsperre auferlegt bekommt. Hält sich die Person nicht daran, macht sie sich strafbar. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Polizei, bei Fachberatungsstellen oder dem zuständigen Gericht nach Ihren Möglichkeiten.
  • Insbesondere Kinder leiden unter Gewalt in der Familie, selbst wenn sie nicht unmittelbar betroffen sind. Schützen Sie sich und Ihre Kinder in dem Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Beim Jugendamt oder anderen Beratungsstellen finden Sie Unterstützung.
  • Bei akuter Bedrohung wählen Sie 110! Die Polizei schützt Sie! Sie kann zum Beispiel den Täter oder die Täterin für mehrere Tage aus der gemeinsamen Wohnung verweisen.
  • Wenn Sie sich noch nicht entscheiden können, ob sie überhaupt die Polizei einschalten sollen, wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens oder lassen Sie sich in einer nahegelegenen Beratungsstelle beraten, aber handeln Sie! Als betroffene Person erhalten Sie rund um die Uhr kostenlose und anonyme Beratung (auch in mehreren ausländischen Sprachen) beim „Hilfetelefon – Häuslicher Gewalt“ Tel: 08000 116 016.

Weitere Informationen finden Sie unter www.polizei-beratung.de/opferinformationen.html

 

Denn jeder Übergriff – ist einer zu viel.

 

 

 

Diese Pressemitteilung stammt von der Polizeiinspektion Eschenbach i.d.OPf. (Karlsplatz 27, 92676 Eschenbach i.d.OPf., Tel: +49 9645 9204-0, Email: pp-opf.eschenbach.pi@polizei.bayern.de). Sachbearbeiterin für „Häusliche Gewalt“ bei der PI Eschenbach Polizeioberkommissarin Sybille Straubinger.