Der robuste Apfelbaum „Bayerischer Aloisius“ wird künftig als Symbol der Partnerschaft in Grafenwörth blühen und reichlich Früchte tragen. Drei Tage weilten die Grafenwöhrer beim Partnerschaftsbesuch in Niederösterreich. Eigentlich sollte es die Nachfeier der 25jährigen Partnerschaft zwischen Grafenwörth und Grafenwöhr werden, beim geplanten „Fest der Nationen“ wären auch die italienischen Partner aus Seravalle dabei gewesen, die Corona Einschränkungen ließen jedoch das internationale Feiern nicht zu. So blieb es beim Zweiländerbesuch der wieder von informativen, gesellschaftlichen und kulinarischen Highlights sowie von großer Herzlichkeit geprägt war. Auftakt des Programms war die Besichtigung der buddhistischen Stupa Grafenwörth, die mitten in den Weinfeldern liegt. Fritz Ploiner, Chronist, Heimatforscher und ständiger Begleiter der Partnerschaft erläuterte den beeindruckenden Kuppelbau, der sich zum vielbesuchten Friedensdenkmal und Meditationshaus entwickelt hat. Geschnetzeltes aus der Gusseisenpfanne und Wein von den Hängen des Wagrams tischte Familie Steinkeller in ihrem Heurigenlokal beim Abendessen auf. Bürgermeister Alfred Riedl hieß hier die Grafenwöhrer Delegation, die von zweiter Bürgermeisterin Anita Stauber geleitet wurde, herzlich willkommen. Gerald Morgenstern und Anita Stauber sorgten beim gemütlichen Beisammensein für die musikalische Unterhaltung. Viel Beachtung fand die verteilte Partnerschafts-Chronik, die von Fritz Ploiner verfasste und von Sabine Steinkellner gestaltet wurde. Bei strahlend blauen Himmel führte die Schifffahrt mit der MS „Dürnstein“ auf der Donau durch die herrliche Wachau von Krems bis nach Spitz. Haubenkoch Toni Mörwald setzte mit dem gemeinsamen Mittagessen in seinem Lokal in Feuersbrunn einen kulinarischen Höhepunkt der Reise. Über den Weinbau und die Arbeit der Winzer informierten Walter und Christoph Steinkeller anschließend beim Besuch in der Kellergasse. Dort bot sich den Gästen auch ein herrlicher Blick über die Weinberge und das Wogenland der Donau. Ein „3-G-Nachweis“ war notwendig für den Besuch des Marktfestes auf dem Mühlplatz, das die Grafenwörther Vereine und die Feuerwehr erstmals nach der Coronapause wieder veranstalteten. Im feierlichen Rahmen wurde dabei die neue Polizeidienststellte eingeweiht, Ehrengast des Festaktes war der österreichische Innenminister Dr. Karl Nehammer. Im Laufe des Marktfestes bekundeten auch die Feuerwehren der Partnerorte ihre enge Verbundenheit. Kommandant und Vorstand Alexander Richter sprach zusammen mit Markus Engelhardt und Thomas Schmidt ein Dankeschön für die 25jährige Partnerschaft an den neunen Grafenwörther Kommandanten Gerald Heiß und seine Stellvertreterin Sabine Steinkellner aus. Als Zeichen der Verbundenheit werteten die Feuerwehrler auch, dass beim dreitätigen Marktfest der Grafenwöhrer Fritz Raß und Kerstin Fassold als Helfer von Feuerwehr-Chefkoch Wolferl Nirnsee im Küchenzelt standen. Bei Musik und Tanz wurde beim Marktfest bis in die späten Nachtstunden die Partnerschaft gefeiert. Eine Feldmesse auf dem Mühlplatz begleitet vom Grafenwörther Musikverein eröffnete den letzten Besuchstag. Die enorme Entwicklung Grafenwörths erläuterte Bürgermeister Alfred Riedl, der auch Präsident des Österreichischen Gemeindebundes ist, den bayerischen Gästen in der Gemeindekanzlei. Grafenwörth wurde als eine von sieben österreichischen Gemeinden für das von der EU geförderte Partnerschaftsprojekt ausgewählt. Ein Film zeigte die Höhepunkte der über 25jährigen Bayerisch-Österreichischen Verbindung auf. Alfred Riedl stellte auch das Großprojekt des Grafenwörther Sonnenweihers vor, dessen Bau bereits begonnen hat. Um einen 36.000 Quadratmeter großen, künstlich angelegten See werden 170 Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser gebaut. Am Nordufer des Sees entstehen ein Hotel, ein Ambulatorium, ein Restaurant sowie der Pflegeschul-Campus und ein Studentenheim. Das ganze Projekt steht unter dem Motto: „Wohnen, Lernen, Arbeiten und Leben rund um den neuen See in Grafenwörth“. Mit sehr herzlichen Worten dankte zweite Bürgermeisterin Anita Stauber dem Grafenwörther Stadtoberhaupt für die tolle Programm und die überwältigende Gastfreundschaft. Ein besonderer Dank ging an Michaela Koller, Fritz Ploiner, die Familie Steinkellner und die Gemeinderäte Gerit Enzinger und Peter Hörzinger für die Organisation und Betreuung. Als Gastgeschenk überreichten die Grafenwöhrer den Apfelbaum „Aloisius“. Martina Memmel hatte kunstvoll auf Apfelsilhouetten die Partnerschaftsgrüße formuliert. So lautete der Wunsch von Bürgermeister Edgar Knobloch: „Mein Wunsch ist, dass unsere Partnerschaft mit diesem robusten „Bayer Aloisius“ tief verwurzelt wird, stetig wächst, sich gut verzweigt und durch einfache Pflege ein Leben lang hohe Früchte trägt!“.

 

Text u. Bilder: Gerald Morgenstern

 

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