In Grafenwöhr gibt es seit Montag, den 19. April ein Corona-Schnelltestzentrum. Dreimal die Woche soll damit die Möglichkeit bestehen sich testen zu lassen.

Beim Arbeiter-Samariter-Bund Auerbach, unter der Leitung von Andreas Krämer, kann sich jeder Bürger kostenlos einem Corona-Schnelltest unterziehen. Getestet wird jeweils Montag, Mittwoch und Freitag von 16 Uhr bis 19 Uhr. Voraussetzung ist eine vorherige Anmeldung: Entweder per Anmeldeformular auf der Homepage der Samariter oder telefonisch täglich von 8 Uhr bis 10 Uhr unter der Telefonnummer 09643 507 99 55.

Die Idee stammt von Mitarbeiterin Jasmin Träger, selbst Grafenwöhrerin. Die Notfallsanitäterin stellte den Kontakt zu Bürgermeister Edgar Knobloch her und gemeinsam wurde nach einer Lösung gesucht. Voraussetzung war ein barrierefreier Zugang.

Abhilfe schaffte Pfarrer Bernhard Müller – er stellte sofort und unbürokratisch den großen Saal das Jugendheims für das Testzentrum zur Verfügung: „Durch Corona ist das Abhalten von Veranstaltungen ohnehin nicht möglich, so stellen wir es gerne einem sinnvollen Zweck zur Verfügung.“ Bürgermeister Knobloch freute sich im Namen der Stadt, dass hier eine Versorgungslücke geschlossen werden konnte.

„Wir benutzen einen Speicheltest. Dafür muss man nur zehn Sekunden an einem dicken Wattestäbchen unter der Zunge lutschen“, erklärte Rettungsdienstleiter und Projektleiter des Schnelltestzentrums Andreas Krämer. Diese Testvariante ist wesentlich angenehmer im Vergleich zu Abstrichen aus dem Nasenraum, was viele Menschen abschreckt. Die Sensitivität dieses Abstrichs liegt bei 90 Prozent, was bedeutet, dass ein negativ Getesteter zu 90 Prozent nicht infiziert ist. Fällt das Ergebnis positiv aus, sollte sicherheitshalber ein PCR-Test durchgeführt werden. Die Schnelltests gelten in der Regel 24 Stunden und sind Voraussetzung für den Besuch der Schule und vieler Läden.

Nach zehn Minuten liegen die Ergebnisse vor und es wird eine Bescheinigung erteilt.  Bald sollen sie auch digital übermittelt werden können, womit es nochmal schneller gehen könnte.

Krämer möchte zudem mit einem weit verbreitetem „Missverständnis“ aufräumen: Er nannte falsch negative Schnelltests lieber „noch nicht positive Tests“. „Denn während der ersten vier bis fünf Tage einer Infizierung ist diese meist von einem Schnelltest noch nicht erfassbar“, erklärte er. Eine Übertragung sei zwar „nicht  wahrscheinlich“ – aber möglich. Auch seien negative Tests kein Freifahrtschein alle Corona-Regeln zu ignorieren. Denn ein Test könne auch einmal falsch negativ sein.

Das Testzentrum soll erhalten bleiben so lange der Bund die Kosten dafür übernimmt, verspricht Krämer. Für ihn sind die Schnelltestzentren auch eine große Screening-Aktion, um mehr Daten über Infizierte mit und ohne Symptome, sowie Infektionsherde zu erfahren. Die erfassten Daten bleiben alle auf den Servern des SAB, außer bei einem positiven Testergebnis. Dann werden die Daten an das Gesundheitsamt gemeldet.

 

Pfarrer Bernhard Müller (von links) stellt den großen Saal des Jugendheims für ein Corona-Testzentrum zur Verfügung. Das freut Andreas Krämer und Jasmin Träger vom SAB sowie Bürgermeister Edgar Knobloch. Bild: Stefan Neidl