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Steinfels

Hinweis: Die Informationen zu Steinfels sind nur online abrufbar! Das Hammerschloss Steinfels kann als Erweiterung der Radtour zwischen den Stationen Nagelschmiede und Grub angefahren werden. 

 

Ältestes Hammerwerk der Region
Steinfels gehört heute zu Mantel, war aber bis 1972 ein Ortsteil der damaligen Gemeinde Hütten. Das Hammerwerk ist deshalb eng mit den ebenfalls an der Haidenaab gelegenen Hammern Hütten und Grub verbunden. Bereits 1052 wird Steinfels erstmals urkundlich erwähnt und ist somit das älteste Hammerwerk der Gegend. Es war ein Schienhammer, in dem Eisenerz zu Schienen und Stäben geschmiedet wurde. Bis ins 15. Jahrhundert waren die Herren von Steinfels Besitzer des Hammers, ab 1400 folgen für rund 220 Jahre die Hammermeister Mendel von Steinfels, die später auch in Grub, Hütten und Gmünd tätig waren. Das Hammergeschlecht der Mendel brachte in dieser Zeit ein berühmtes Familienmitglied hervor. Christoph Mendel von Steinfels war erster Rektor der Universität Ingolstadt und Bischof von Chiemsee. Steinfels war damals wie viele andere Schienhämmer ein Landsassengut und gehörte zur Burg Parkstein.

 

Aufschwung mit neuen Besitzern
1624, mitten im Dreißigjährigen Krieg, erwarb Paul Schlaher, Hammermeister von Thumsenreuth den Hammer, der bereits um die Jahrhundertwende stillgelegt worden war. Der Krieg jedoch zerstörte das Gut und seine Witwe berichtete noch 1661 vom desolaten Zustand, als es an Georg Pfreimdter von Bruck überging. Zehn Jahre später folgte eine Ära der neuen Hammerherren von Weveld, die das Schloss erneuerten und 1707 die Schlosskapelle mit Familiengruft bauten. Es gab einen Vorgängerbau, geweiht der Hl. Ursula, der 1468 erbaut und im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört worden war. Die neue Kapelle wurde 1723 Mariä Himmelfahrt geweiht. Im Inneren sind Holzfiguren aus der Zeit um 1520 finden, ein Durchgang auf der Empore verbindet die Kapelle mit dem Schloss.

 

Hammerschloss als Familiengeschenk

Der erste aus der Familie von Weveld, Johann Simon war Kommandant auf der Burg Parkstein und kam so auch in den Besitz von Steinfels, sein Sohn Jakob Ignatz schließlich auch von Grub. Aufgrund beruflicher Veränderungen nach Neuburg schenkte Jakob Ignatz seine Güter 1746 seiner Tante Maria Elisabetha von Weveld. Es folgten weitere Schenkungen und Verkäufe innerhalb des von Weveld-Geschlechts bis 1835 die Ära endete.

In privater und öffentlicher Hand

1835 erwirbt Johann Friedrich aus Böhmischbruck das Schloss, es geht später an Carl Trautner und 1884 schließlich an Kommerzienrat Heinrich Knab aus Münchberg. Dreißig Jahre lang war Hugo Auvera auf dem Gut, zunächst als Pächter und zehn Jahre später dann als Besitzer. 1957 ging Steinfels an Wolff Freiherr von dem Bongart über, der neben der gutseigenen Landwirtschaft ein Mischkieswerk errichten ließ. Nach der Gebietsreform 1972 war die Gemeinde Hütten nach Grafenwöhr eingegliedert worden, der Ortsteil Steinfels jedoch kam zum Markt Mantel. Seit dem Tod Bongarts 1979 ist das Hammerherrengut in einen Dornröschenschlaf gefallen. Es wurde mehrmals versteigert, 1997 bekam der Markt Mantel den Zuschlag und sorgte für die Belebung des Ortsteils mit Firmenansiedlung, Wohneinheiten und Wasseranschluss. Seit 2011 ist das Hammerschloss wieder in Privatbesitz. Einmal im Jahr wird das Schlossareal zum Leben erweckt, wenn am 15. August das große Ablassfest mit zahlreichen Gläubigen am Eichenhain gefeiert wird.

Postkarte von Steinfels

© Archiv Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr